Projekt "Schwalben willkommen"

Junge Rauchschwalben im Nest (alle Fotos: D. Wensel)
Junge Rauchschwalben im Nest (alle Fotos: D. Wensel)

Alle Schwalben gehören zu den besonders geschützten Tieren. Dennoch ist ihre Population in Niedersachsen drastisch am Sinken. Dafür gibt es mehrere Gründe:

Der Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft, aber auch in vielen Gärten, die Veränderungen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung sowie steigende Hygiene-maßnahmen führen zur Verringerung von Insekten, also von Nahrung für die Schwalben.

Viele Hausbesitzer stören sich zudem an den tierischen Mitbewohnern und entfernen - trotz gesetzlichem Verbot - ihre Nester oder verhindern mit Flatterbändern o.ä. den Nestbau, die Brut und die Jungenaufzucht. Dies trifft besonders die Mehlschwalben, die gerne in der Firstspitze der Giebelwände von Einfamilienhäusern oder unter Dachüberständen ihre Nester bauen und dann mit ihrem Kot für Verschmutzungen der Hausfassade sorgen. Doch dies könnte mit darunter angebrachten Kotbrettchen verhindert werden.

Ein weiteres Problem ist, dass es durch die intensive Nutzung der Landschaft zunehmend zur Versiegelung von Wegen und Freiflächen kommt und so Lehmpfützen verloren gehen, so dass geeignetes Material zum Nestbau fehlt. In ihrer Not bauen dann die Mehlschwalben ihre Nester mit feuchter Erde, welche dann, wenn sie austrocknen, abstürzen. Mit speziellen Nistkästen an der Hauswand können die wohnungssuchenden Schwalben unterstützt werden. Und genau das machen wir seit zwei Jahren mit großem Erfolg: Beim Ärztehaus an der Hauptstraße in Wiesmoor hat sich so inzwischen eine große Mehlschwalbenkolonie gebildet.

 

Wir haben zur Zeit noch eine Reihe künstlicher Schwalbendoppelhäuser zu vergeben. Wenn jemand Bedarf hat oder ein "Schwalbenfreundliches Haus" kennt, wo Mehlschwalben brüten oder gebrütet haben und wir dort Nisthilfen aufhängen dürfen, möge er/sie sich bitte bei uns melden!