Moorschutzprojekt mit der KGS Wiesmoor

Schüler der Kooperativen Gesamtschule Wiesmoor und der NABU pflegen seit 1994 gemeinsam den Hochmoorrest am Ottermeer

 

Das am westlichen Rand der Stadt Wiesmoor (Lkrs. Aurich) gelegene 116 ha große Landschaftsschutzgebiet „Am Ottermeer“ ist ein noch relativ naturnaher Rest des ehemals ausgedehnten ostfriesischen Hochmoorkomplexes. Auch dieses Moor mit noch erfreulich vielen bedrohten hochmoortypischen Pflanzen- und Tierarten war durch Entwässerung und die hierdurch bedingten Folgen gefährdet. Deshalb gehört es zu den Hauptaufgaben des NABU Wiesmoor/Großefehn die dauerhafte Vernässung sicher zu stellen. Nach dem Schließen aller Grüppen, der Verlegung der Vorfluter und der Rodung großer Birken geht es seit Ende der 1980er Jahre darum, den immer wieder aufkeimenden Jungwuchs an Birken und Traubenkirschen zu entfernen. Tatkräftig unterstützt wird der NABU dabei seit 1994 auf Initiative des NABU-Vorsitzenden und damaligen Lehrers Dieter Wensel in jedem Herbst durch Schülerinnen und Schüler aller 8-ten Klassen der KGS Wiesmoor innerhalb eines dreitägigen Moorschutzprojektes. NABU-Mitglieder, Lehrer und andere außerschulische Helfer erklären an verschiedenen Stationen:

              - die Grundvoraussetzungen für die Entstehung von Hochmooren (wasserundurchlässige Schicht im Boden,

           hohe Niederschlagsmengen, Torfmooswachstum) an einem Bodenprofil

             -  die Bedeutung der Moore für die Menschen früher am Handtorfstich bzw. durch maschinellen Torfabbau

             -  die Bedeutung und Schutzwürdigkeit intakter Moore für die speziell angepasste Flora und Fauna als Lebensraum

           und für die Menschen heute (Klimaschutz)

             -  den Grund, warum Bäume so schädlich für das Moor sind und diese entfernen werden müssen (sie verdunsten sehr

           viel Wasser, beschatten die sonnenhungrigen Pflanzen und bringen mit ihrem Herbstlaub unerwünschte Nährstoffe

           ins Moor)

Am letzten Vormittag wird dann unter Anleitung in Absprache mit der Naturschutzbehörde, welche auch ein stärkendes Frühstück spendiert,  von bis zu 200 Schülern durch Entkusseln der unerwünschte Baum- und Strauchaufwuchs mit Hilfe von Astscheren und Bügelsägen aus dem Moor entfernt.