Willkommen beim NABU Wiesmoor/Großefehn

Für Mensch und Natur

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. - NABU - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt. 

Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft entwickeln.


Erfahren Sie mehr über uns!

 


Aus aktuellem Anlass:

 

 

Entenvögel frieren auf dem Eis nicht fest

 

NABU und DLRG: Rettungsaktionen sind nicht notwendig

 

 

Der Winter ist zurückgekehrt und damit die Kälte. Derzeit häufen sich die Anfragen besorgter Naturfreunde beim NABU, ob Vögel auf dem Eis festfrieren können und gerettet werden müssen.

 

 

 

Kalte Füße - na, und? So sparen Tiere Energie. - Foto: Helge May

Kalte Füße - na, und? So sparen Tiere Energie. - Foto: Helge May

 

25. Januar 2019 - Die frostigen Temperaturen dieser Tage lassen in Niedersachsen wieder erste Gewässer zufrieren. Doch während Kommunen und Behörden noch davor warnen, die zu dünnen Eisflächen zu betreten, tummeln sich regelmäßig zahlreiche Entenvögel auf den zugefrorenen Seen und Tümpeln. Viele Bürger stellen sich bei dieser Beobachtung drei Fragen: Bekommen die Vögel kalte Füße? Frieren die Vögel am Eis fest? Müssen die Vögel gerettet werden?

Tatsächlich haben Entenvögel und Schwäne kalte Füße – und gerade dies schützt sie im Winter davor, festzufrieren. Die Natur hat sich für die Vögel eigens ein „Wundernetz“ ausgedacht, das Retetibiotarsale. Dieser Bereich fein verzweigter Adern im Bein dient dem Wärmeaustausch. Hier gibt das fußwärts fließende Blut Wärme an das körperwärts fließende Blut ab. Dabei sind die Füße gut durchblutet – allerdings mit relativ kaltem Blut – weshalb kaum Wärme verloren geht und auch das Eis unter den Füßen nicht wegschmilzt. So bleiben die Füße kalt und es wird wertvolle Energie gespart.

 

Wasserretter der DLRG trainieren für den Ernstfall - Foto: Mathias Dannenberg

Wasserretter der DLRG trainieren für den Ernstfall auf dem Eis. - Foto: Mathias Dannenberg

 

Vögel auf dem Eis am besten in Ruhe lassen

„Wir brauchen die Entenvögel im Winter also keineswegs wegen ihrer kalten Füße zu bedauern. Viel wichtiger aber ist die Erkenntnis, dass die Tiere auf dem Eis nicht festfrieren. Allerdings können bei lange anhaltendem Frost kranke oder verletzte, immobile Tiere im Eis einfrieren. Diese sind dann auf menschliche Hilfe angewiesen“, weiß Philip Foth, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. „Speziell bei Entenvögeln und Schwänen ist es sehr wichtig, die Tiere nicht aufzuscheuchen, damit sie nicht zusätzlich Reserven verbrauchen. Diese benötigen sie, um gut über den Winter zu kommen. Spaziergänger sollten also sich und ihre Hunde zurückhalten.“

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) kennt sich damit gut aus. Sie wird oft um Hilfe gerufen, wenn Vögel angeblich festgefroren sind. „Unsere ehrenamtlich tätigen Einsatzkräfte helfen Tieren gerne, wenn diese wirklich in Gefahr sind“, sagt Nico Reiners, Pressesprecher der DLRG in Niedersachsen. Da Wasservögel aber in der Regel nicht festfrieren, bestehe nur selten die Notwendigkeit, den Vögeln zu helfen. Mit vollem Körpereinsatz müssen die Einsatzkräfte die Eisflächen betreten, nur um dann mitanzusehen, wie sich der angeblich in Not befindliche Vogel genervt davonmacht. „Problematisch wird es, wenn durch überflüssige Einsätze Helfer gebunden werden, die dann für echte Notfälle nicht mehr zur Verfügung stehen“, so Reiners. Er warnt ausdrücklich vor vermeintlichen Tierrettungsaktionen: „Es kann lebensgefährlich werden, wenn Laien auf das brüchige Eis gehen, um nach den Tieren zu schauen.“

 


 

 

 

NABU gibt Tipps zur Vogelfütterung im Winter

 

Richtiges Füttern hilft und ist ein Naturerlebnis!

 

Hier finden Sie Tipps zur richtigen Vogelfütterung im Winter. Denn die heimischen Vogelarten unterscheiden sich in ihrer Ernährungsweise.

 

Sumpfmeise

Sumpfmeise - Foto: Frank Derer

 

15. November 2018 - Wetterdienste kündigen für die kommende Woche winterliche Temperaturen an. In der kalten Jahreszeit wollen viele Menschen etwas für die Vogelwelt tun. Vogelfütterung ist biologisch nicht notwendig. Erst bei Frost und geschlossener Schneedecke, wenn es zu Nahrungsengpässen kommen kann, ist gegen richtiges Füttern nichts einzuwenden. Untersuchungen zeigen: Die Vogelfütterung in Städten und Dörfern kommt etwa 10 bis 15 Vogelarten zugute. Dazu gehören Meisen, Finken, Rotkehlchen und diverse Drosseln.

Winterfütterung ist aber noch aus einem weiteren Grund sinnvoll: „Menschen können dabei die Vögel aus der Nähe beobachten und das sogar mitten in der Stadt. Sie bringt dem Menschen die Vogelwelt näher“, betont Philip Foth, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. An den Futterstellen lassen sich die Tiere aus nächster Nähe beobachten. So ist das Füttern nicht nur ein Naturerlebnis, sondern vermittelt zudem Artenkenntnis. Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche, die immer weniger Gelegenheit zu eigenen Beobachtungen und Erlebnissen in der Natur haben. Die meisten engagierten Naturschützer haben einmal als begeisterte Beobachter am winterlichen Futterhäuschen begonnen.

 

Eichelhäher an Erdnuss-Bar. - Foto: Yvonne Martin

Eichelhäher an Erdnuss-Bar. - Foto: Yvonne Martin

 

Vögel haben unterschiedliche Geschmäcker

Welches Futter man den gefiederten Freunden anbieten kann, erklärt Philip Foth: „Als Basisfutter, das im Zweifel von fast allen Arten gefressen wird, eignen sich Sonnenblumenkerne. Bei ungeschälten Kernen fällt zwar mehr Abfall an, dafür verweilen die Vögel aber länger an Ihrer Futterstelle.“ Freiland-Futtermischungen enthalten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von verschiedenen Arten bevorzugt werden.

Die häufigsten Körnerfresser an Futterstellen sind Meisen, Finken und Sperlinge. In Niedersachsen überwintern daneben auch Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunellen, Amseln oder Zaunkönige. „Für sie kann man Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie in Bodennähe anbieten. Dabei ist darauf zu achten, dass dieses Futter nicht verdirbt“, verdeutlicht Foth. Als Futter grundsätzlich ungeeignet sind alle gewürzten und gesalzenen Speisen. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt.

Insbesondere Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel kaufen kann. „Achten Sie beim Kauf von Meisenknödeln und ähnlichen Produkten darauf, dass diese nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind“, empfiehlt Foth. „Vögel können sich mit ihren Beinen darin verheddern und schwer verletzen.“ Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie Meisenknödel selbst herstellen können:

 

 

Rotkehlchen im Schnee klein

Grünfinken am Futterspender - Foto: Ingo Ludwichowski

 

Warum ein Futtersilo sinnvoll ist

Grundsätzlich empfiehlt der NABU für die Fütterung ein so genanntes Futtersilo, weil darin das Futter vor Nässe und Witterungseinflüssen geschützt ist. Bei regnerischem Wetter kann das Futter sonst schnell feucht werden und schimmeln. Es besteht die Gefahr, dass die Tiere durch das verdorbene Futter erkranken. Außerdem wird im Silo im Gegensatz zu den offenen Futterhäuschen die Verunreinigung durch Vogelkot verhindert. Wer dennoch ein offenes Futterhäuschen nutzt, sollte es unbedingt täglich reinigen. Außerdem sollte keine Nässe ins Futterhaus eindringen, da sich ansonsten Krankheitserreger ausbreiten

 

 

Drei goldene Regeln zur Winterfütterung

Winterfütterung rettet Vogelleben und vermittelt Artenkenntnis

Der NABU bittet Vogelfreunde, beim Füttern von Wildvögeln im Winter einige Ratschläge zu beherzigen, um den Tieren nicht zu schaden.


  • Kleiber tut sich an Meisenknödel gütlich - Foto: Wiert Krijgsveld

  • Feldsperling im Futterring. - Foto: Manfred Schröder

  • Blaumeise am Futterring. - Foto: Enrique Garcia

  • Buntspecht - Foto: Claus König

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19. November 2018 - Die Kälte der letzten Tage hat Konsequenzen für die Tier- und Pflanzenwelt Niedersachsens. Der einkehrende Winter bedeutet für viele Vögel einen Mangel an Nahrungsquellen. Wer den gefiederten Freunden Nahrung anbieten möchte, den ruft der NABU dazu auf, beim Füttern von Wildvögeln im Winter einige Ratschläge zu beherzigen, um den Tieren nicht zu schaden.

Die Frage, ob Vögel im Winter überhaupt gefüttert werden dürfen, beantwortet der NABU mit einem klaren Ja. „Wer Vögel füttert, kann sie optimal beobachten und wird mit spannenden Naturerlebnissen belohnt“, sagt Philip Foth, Pressesprecher der NABU Niedersachsen. „Gleichzeitig sollte klar sein, dass die Vogelfütterung die Probleme der Vogelwelt nicht löst. Einen naturnahen Garten, eine giftfreie Landwirtschaft und ein reiches Angebot an Nistmöglichkeiten kann man nicht durch ein paar Futterhäuschen ersetzen.“


Drei goldene Regeln zur Winterfütterung:

Erste goldene Regel: Keine Speisereste verfüttern!

Am gefährlichsten sind gesalzene Speisen!

Zweite goldene Regel: Artgerechtes Futter für die Vögel verwenden!

Energiereiche Samen und Nüsse sind am besten geeignet. Dazu zählen u.a. Hafer, Maisflocken, Sonnenblumenkerne (geschält und ungeschält), andere Saaten, Erdnüsse (ungesalzen!), Haselnüsse, andere Nüsse, auch Haferflocken als Streu- und Futtersäulenmischungen. Ganz wichtig: Die Mischung macht’s! Damit z.B. Feinfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Erlenzeisig nicht ausgeschlossen werden, sollten keine ausschließlichen Fütterungen mit nur einer Futtersorte erfolgen. Das Futter sollte frei sein von Samen der gefährlichen Ambrosiapflanze.

Dritte goldene Regel: Keine Massenfutterplätze einrichten!

Massenfutterplätze begünstigen die Verbreitung von Krankheiten. Besser als große Futterhäuser sind Futtersäulen, Futtertrichter und auch Kleinfutterhäuser, in denen das Futter trocken nachrutschen kann und die gegen Verschmutzung geschützt ist. Mehrere Futtersäulen und -trichter in Abstand zueinander anbringen, damit viele Vögel die Chance haben, sie zu nutzen. Amseln, Wacholderdrosseln und andere Arten nutzen das herunterfallende Futter. Diese Plätze täglich säubern. Für Fasane, Rebhühner etc. können so genannte "Bodenschütten" aufgestellt werden, in denen das Futter ebenfalls nachrutscht, und die auch an Feldhecken und Waldrändern aufgestellt werden können. An ihnen sammeln sich oft auch Mäuse – eine willkommene Nahrung für die hungernden Greifvögel und Eulen!

 

 

Hilfe für heimische Vögel im Winter

 

Futterglocken selber machen

 

In der kalten Jahreszeit wollen viele Menschen etwas für die Vogelwelt tun. Es kostet wenig Geld und Zeit, bringt aber eine Menge Freude: So einfach lässt sich eine Futterglocke für Vögel im Garten oder auf dem Balkon herstellen.

 

  • Körner und Fett werden gemischt und in den Blumentopf gefüllt. - Foto: Mareike Sonnenschein

    Körner und Fett werden gemischt und in den Blumentopf gefüllt. - Foto: Mareike Sonnenschein

  • So sieht die fertige Futterglocke aus. - Foto: Mareike Sonnenschein

    So sieht die fertige Futterglocke aus. - Foto: Mareike Sonnenschein

  • Das sind die benötigten Utensilien. - Foto: Mareike Sonnenschein

    Das sind die benötigten Utensilien. - Foto: Mareike Sonnenschein

  • Auf die richtige Futtermischung kommt es an. - Foto: Mareike Sonnenschein

    Auf die richtige Futtermischung kommt es an. - Foto: Mareike Sonnenschein

  • So wird der Blumentopf vorbereitet - Foto: Mareike Sonnenschein

    So wird der Blumentopf vorbereitet - Foto: Mareike Sonnenschein

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Fettfutter selbst herstellen

 

Hochwertige Körnermischungen am besten selbst zusammenstellen. Es eignen sich Sonnenblumenkerne, Haferflocken, kleineren Sämereien wie Lein- oder Hanfsamen oder gehackte heimische Nusssorten. Grundsätzlich als Futter ungeeignet sind alle gewürzten und gesalzenen Speisen (auch gesalzene Nüsse eignen sich nicht!). Bitte auch auf keinen Fall Brot füttern, da es im Magen der Vögel aufquillt.

Für die Körner- und Allesfresser eine reichlich Menge der Körner-Mischung hinzugeben. Für die Weichfutterfresser können noch zusätzlich Weizenkleie, Beeren oder ungeschwefelte Rosinen hinzugefügt werden. Hier empfiehlt sich das Verhältnis von 1:1 (Fett und Körner/Beeren).

Was man sonst noch braucht:Pflanzenfett (z.B. Kokosfett), Pflanzenöl, Kokosstrick ca. 65 cm, Ton-Blumentöpfe (Durchmesser bis max. 15 Zentimeter), Kochtopf, Holzlöffel, Esslöffel, Schere und Bindedraht.

Vorbereitung: Den Strick durch das Loch im Blumentopf führen. Damit man die Futterglocke später gut aufhängen kann, empfiehlt es sich den Strick ab Loch nach oben 50 cm überstehen zu lassen. Am breiten Blumentopfende sollten dann knapp 15 Zentimeter heraushängen.

Anleitung:

1. Das Pflanzenfett langsam und vorsichtig in einem Topf erhitzen (nicht kochen lassen).
2. Wenn es geschmolzen ist, ca. 3 Esslöffel Pflanzenöl hinzugeben.
3. Nun Körner, Samen und Nüsse hinzugeben (gleiche Menge Fett und Samen/Körner).
4. Gut umrühren, alle Körner müssen benetzt sein.
5. Abkühlen lassen bis eine zähflüssige, dickliche Masse entsteht.
6. Die Mischung in die vorbereiteten Blumentöpfe geben und dabei darauf achten, dass der Strick mittig platziert ist. Am besten hält man diesen fest, wenn man die Masse einfüllt. Man kann auch einen Stock in die Masse mit einbauen, der unten aus dem Blumentopf ein gutes Stück herausragt, damit sich die Vögel beim Fressen darauf niederlassen können.
7. Im Kühlschrank einige Stunden auskühlen lassen.
8. Die Futterglocke im Garten oder auf dem Balkon aufhängen. Der geeignete Standort ist schattig, damit sich der Inhalt der Futterglocke an einem warmen Wintertag nicht erwärmt und außer Reichweite von Katzen.

Tipp: Statt eines Blumentopfs lässt sich wunderbar auch eine halbe Kokosnussschale verwenden, in die man zuvor ein Loch gebohrt hat, durch das der Kokosstrick gefädelt wird.

 

Viel Spaß beim Beobachten der Vögel!

An der Futterglocke lassen sich nun wunderbar die heimischen Wintervögel beobachten. Kennen Sie alle gefiederten Besucher in Ihrem Garten? Nein? Dann schauen Sie doch mal hier: >> Wintervögel bestimmen.