Landschaftspflege

Beispiel:

Biotoppflegearbeiten im

LSG "Am Ottermeer" (Niedersächsisches NABU-Schutzgebiet des Monats Juni 2012)

Blick auf die erfolgreich wiedervernässten Flächen am Ottermeer, im Hintergrund der Aussichtsturm.

 (6 Fotos: Dieter Wensel)

Das am westlichen Ortsrand von Wiesmoor gelegene Landschaftsschutzgebiet Am Ottermeer ist der Rest eines ausgedehnten Hochmoorkomplexes. Auch dieses Moor war durch Entwässerung und deren negative Folgen gefährdet. Deshalb ist die dauerhafte Vernässung eine der Hauptaufgaben des NABU Wiesmoor/Großefehn am Ottermeer. Bis das erreicht ist, muss entkusselt werden. Dabei wird der aufkommende Jungwuchs von Gehölzen von Hand entfernt. Tatkräftig unterstützt wird der NABU dabei seit vielen Jahren in jedem Herbst von jeweils rund 200 Wiesmoorer Schülern, die im Rahmen des Projektes „Moorschutz“ einen Vormittag lang Birken entfernen. Um die Flächen dauerhaft offen zu halten, werden sie außerdem seit circa zehn Jahren mit zwei Herden Heidschnucken (etwa 80 Tiere) beweidet.

Rainer und Helmut arbeiten mit unseren Freischneidern, die von der Sparkasse AUR/NOR freundlicherweise gesponsert wurden.
Rainer und Helmut arbeiten mit unseren Freischneidern, die von der Sparkasse AUR/NOR freundlicherweise gesponsert wurden.
Manchmal bekommen wir auch tatkräftige Hilfe durch SchülerInnen der KGS Wiesmoor
Manchmal bekommen wir auch tatkräftige Hilfe durch SchülerInnen der KGS Wiesmoor
In der Pause lassen wir uns Kekse, Süßigkeiten und warme oder kalte Getränke schmecken.
In der Pause lassen wir uns Kekse, Süßigkeiten und warme oder kalte Getränke schmecken.

Warum fällt der NABU seit vielen Jahren Bäume im Moor?

 

Das ca. 116 ha große Landschaftsschutzgebiet „Am Ottermeer“ ist ein relativ naturnaher Hochmoorrest, der noch erfreulich viele bedrohte hochmoortypische Pflanzen- und Tierarten beheimatet, aber durch Aufwuchs von Gehölzen und die hierdurch bedingten Folgen gefährdet ist. Deshalb gehört es zu den Hauptaufgaben der NABU-Gruppe Wiesmoor/Großefehn die dauerhafte Vernässung sicher zu stellen. Nach dem Schließen aller Grüppen und der Verlegung der Vorfluter geht es seit Ende der 1980er Jahre darum, Bäume und Sträucher zu roden und den immer wieder aufkeimenden Jungwuchs an Birken und Traubenkirschen zu entfernen. Dies nennt der Fachmann „entkusseln“. Tatkräftig unterstützt werden wir dabei seit 1994 in jedem Herbst durch Schülerinnen und Schüler aller 8-ten Klassen der KGS Wiesmoor innerhalb eines dreitägigen Moorschutzprojektes.

Entkusselungsarbeiten mit Astscheren
Entkusselungsarbeiten mit Astscheren

Manche werden sich vielleicht wundern, dass ausgerechnet eine Naturschutzorganisation Bäume vernichtet, wo doch Bäume, Sträucher und andere grüne Pflanzen für die Sauerstoffproduktion, die Senkung des Kohlenstoffdioxidsgehalts in der Luft und allgemein für das Klima so wichtig sind. Das ist zwar richtig und der NABU kämpft auch anderswo um jeden Baum, aber Bäume gehören nicht ins Moor. Denn Hochmoore sind besondere Lebensräume mit einem hohen Feuchtigkeitsgrad und Nährstoffarmut sowie extremen Temperaturschwankungen im Kleinklima. Bäume würden alles verändern, sind deshalb hier schädlich und müssen entfernt werden, weil:

 

1.    sie verdunsten sehr viel Wasser,

 

2.      sie beschatten die standorttypischen sonnenhungrigen Pflanzen und

 

3.      bringen sie mit ihrem Herbstlaub unerwünschte Nährstoffe ins Moor.

 

Alle speziell angepassten Tier- und Pflanzenarten (wie z.B. Moorfrosch, Moorlilie oder Sonnentau) würden verschwinden und das will der NABU weiterhin gemeinsam mit den Schülern verhindern. Deshalb brauchen bei unseren Arbeitseinsätzen auch jede helfende Hand.

Im Gebiet kommen noch ca. 20 Pflanzenarten vor, die in Niedersachsen auf der Roten Liste stehen, also gefährdet sind. Neben Torfmoos-Knabenkraut, Rosmarinheide, Lungenenzian und mehreren Sonnentau-Arten ist besonders die Moorlilie (Ährenlilie) zu erwähnen.

Rundblättriger Sonnentau kurz vor der Blüte
Rundblättriger Sonnentau kurz vor der Blüte

Die Sonnentau-Arten zählen zu den fleischfressenden Pflanzen, die als Anpassung an extrem nährstoffarme Standorte Insekten und andere Kleintiere fangen, um sich zusätzlich mit Stickstoff zu versorgen.

Moorlilie, auch Beinbrech genannt
Moorlilie, auch Beinbrech genannt

 

Die Moorlilie hat im Landschaftsschutzgebiet Ottermeer eines ihrer größten Vorkommen in Niedersachsen. Durch die erfolgreiche Wiedervernässung hat das Moor zudem eine besondere Bedeutung für Libellen: Fast alle in Mooren lebenden Arten Niedersachsens konnten hier bereits nachgewiesen werden. Von einem Beobachtungsturm an der Straße „Am Ottermeer“ lässt sich das Gebiet gut überblicken.

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Beispiel:

Wiekenreinigung

 

Die Situation ist bekannt:

Im Frühjahr freuen sich die Anwohner über das muntere Treiben in unseren Kanälen und Wieken: Neben verschiedenen Vogelarten auf der Suche nach Nahrung sind es vor allen Dingen Wasservögel, die in der Nähe gebrütet haben. Sie versuchen jedoch jedes Jahr vergeblich, ihre Jungen großzuziehen.

Woran liegt das?

Es gibt sicherlich mehrere Gründe:

z.B. Entenküken sind eine begehrte Beute für verschiedene Tiere. Als Nestflüchter suchen

sie schnellstmöglich das Wasser auf. Dort benötigen sie neben der reichlich vorhandenen Nahrung vor allem die Möglichkeit, sich bei drohender Gefahr schnell zu verstecken. Vielleicht hilft das nicht in allen Fällen vor dem Hecht, der sich sicherlich seinen "Anteil" holt, aber gewiss gegen das Abgreifen durch Möwen und andere Fressfeinde. Auch Katzen wurden dabei beobachtet, wie sie sich die schutzlosen Jungen am Wassersaum fangen.

 

Im Herbst werden alljährlich von Mitarbeitern der Stadt die Kanäle vollständig geräumt und damit alle Rückzugsmöglichkeiten für das nächste Frühjahr vernichtet. Die Räumung geschieht aus gutem Grund, dient sie doch zur Erhaltung der Gewässerdurchlässigkeit und verhindert damit eine langfristige völlige Verschlammung der Wieken.

 

Ein Umstand wird dabei leider vergessen: Gleichzeitig werden Lebensgrundlagen für viele Tier- und Pflanzenarten vernichtet. Wir möchten versuchen, die berechtigten Interessen der Stadt/Anwohner mit den aus unserer Sicht ebenso berechtigten Lebensinteressen der Tiere und Pflanzen in den Wieken in Einklang zu bringen. Deshalb wurde im vergangenen Jahr erstmalig in der Luisenwieke in einigen mit der Stadt vereinbarten Abschnitten eine vollständige Ausräumung unterlassen.

Wir sind dankbar für die tolle Unterstützung des Bauhofes der Stadt Wiesmoor.

Diese Maßnahme wird nicht nur zahlreichen Insekten (z.B. Libellen) helfen, sondern auch den Fischbestand (Laichmöglichkeiten) nachhaltig verbessern. Die Abschnitte wurden von uns mit markierten Pfählen (s. Fotos) abgesteckt und sollen in diesem Jahr gewechselt werden.

Erfreut hat uns auch die Tatsache, dass von keinem der Anwohner Beschwerden über die Aktion bei der  Stadt Wiesmoor eingegangen sind.

Und das auf dem "kittigen" Fehn!

Sollte sich das Projekt bewähren, ist eine Ausweitung auch auf andere Kanäle in Wiesmoor

und auch in Großefehn geplant. Eine entsprechende Genehmigung der Stadt liegt vor und ist auch ganz im Sinne des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes.

Vielleicht gelingt es uns ja auch noch, die Gemeinde Großefehn in das Projekt einzubinden, erste Gespräche wurden bereits geführt.

 

Wir laden Sie dazu ein, sich das Projekt einmal selbst in der Luisenwieke, Wiesmoor anzuschauen. Teilen Sie uns Ihre Meinung dazu gerne mit!

Wir werden die vielfältigen Zerstörungen in unserer heimischen Natur damit nicht verhindern können, aber vielleicht gelingt es uns gemeinsam ein wenig gegenzusteuern.

 

 

Markierungspfahl (2 Fotos: Helmut Hanssen)
Markierungspfahl (2 Fotos: Helmut Hanssen)
Markierungspfahl
Markierungspfahl

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Beispiel:

Obstbaumpflanzung

 

 

Neue Obstbäume am " Ostfriesland Wanderweg " beim Altenwohnheim Großefehn
Neue Obstbäume am " Ostfriesland Wanderweg " beim Altenwohnheim Großefehn

Egal, ob 30 neue Hochstämme für die Obstbaumallee am Ostfriesland-Wanderweg oder ein einzelner für den Reihenhausgarten: Qualität ist auch bei Bäumen wichtig. Mindestens 1,80 Meter Höhe sollte der Stamm des jungen Bäumchen bis zum ersten Ast haben. Damit wird später die Mahd der Obstwiese mit dem Trecker oder die Beweidung mit Schafen und Rindern erheblich erleichtert. Außerdem macht es eine große Stammhöhe wahrscheinlicher, dass einige Jahrzehnte später Spechte ihre Höhlen im Baum bauen.

 

Dieses Projekt wurde vom NABU Wiesmoor/Großefehn in der Nähe des Altenwohnheims von Großefehn umgesetzt. Bei einem Spaziergang noch einmal einen gesunden Apfel oder reife Pflaumen pflücken-- das sollte auch den Einwohnern des Altenheims Freude machen.

 

 

Service und Adressen rund um Streuobst

 

 

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